Der Federgabeltest

Zu allererst musste die nun wieder hergestellte Federgabel getestet werden, um bewusst nicht das sehr weit aus dem Fenster gelehnte Wort „repariert“ zu benutzen. Um das nicht gleich im schroffen Gelände fernab des heimischen Campingplatzes zu machen, fiel die Wahl auf eine nicht minder schroffe vierstufige Treppe vor der Kirche Santa Maria di Lago gleich um die Ecke. Voller Spannung rollte ich vorsichtig die gewaltigen Treppenstufen hinunter und konnte erleichtert aufatmen als auch nach einem weiteren Versuch keine wahrzunehmenden Einbußen in der Funktionsweise der Federgabel festzustellen waren.

Nun konnte also auch ein sorgfältig zusammengestelltes fachkundiges Expertengremium an die Arbeit gehen, um die nächste Testphase einzuläuten. Und wer wäre besser dazu geeignet als eine illustre Herrenrunde bestehend aus Buddy, Marco, Tom und mir?! Als Testgelände wurde der Brione auserkoren. Aufgrund der kürze Zeit Zeit konnten wir das Testgelände zwar nicht großräumig absperren, aber glücklicherweise wurden wir dennoch nicht weiter gestört bei unseren wissenschaftlichen Untersuchungen. Einzig Buddy schien aufgrund seiner mehrjährigen Abstinenz vom Gardasee vorübergehend irritiert und abgelenkt, ob der im Laufe der letzten Jahre drastischen Beschneidung der erlaubten Trails des Hausbergs. Auch wenn der Fahrspaß darunter ein wenig leiden musste, wurden wir doch immerhin mit einer kleinen verbliebenen Singletrailabfahrt besänftigt.

Der Blick über Torbole…
…und der Blick über den See

Erst vorsichtig und dann aber auch ein wenig energischer wurde die Federgabel samt Fahrrad und Fahrer durch das abschüssige Gelände gelenkt. Über kleinere und alsbald auch etwas größere Stufen, Wurzeln und Steine, unebene Felsplatten und lockeres Geröll ging der Trail hinab. Dabei waren alle Sinne des Testfahrers auf die Funktionsweise der Federgabel fokussiert. Nicht die kleinste Schwäche oder Ermüdung sollte unbeobachtet bleiben. Doch als Quintessenz konnte man nach vielleicht 200 Metern Höhenunterschied nach wie vor keine nennenswerten Beeinträchtigungen am Material feststellen. Einzig der Schutzring zwischen Kolben und Gabel war auf der einen Seite nicht mehr hundertprozentig an der vorgesehenen Stelle zu halten. Aber das würde ich zunächst mal als rein kosmetischen Mangel einordnen.

Nach den erfolgreich abgeschlossenen Tests wäre eine Belohnung in Form eines leckeres Eises aus der Flora schon angebracht gewesen, aber das Expertengremium wollte verständlicherweise lieber richtig feiern gehen und die Korken knallen lassen, so dass ich immer noch auf das erste Eis am Gardasee warten musste…

Ungewöhnlich leerer Campinplatz
Statistik

Ü6: 26.05.2021 -> 27.05.2021 in Torbole (162.639 km)

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