Aus den gewissenhaft durchgeführten Federgabeltests des Vortages ging ich mit halbwegs gestärktem Vertrauen in das eigene Material hervor. Eine neue Tour für den neuen Tag musste also her. Das Anforderungsprofil sollte leicht erhöht, aber auch noch nicht allzu komplex werden. Auf der Suche nach einer geeigneten Runde wurden wir erneut in Steffens neuer Sammlung fündig. Die Wahl fiel auf eine mittelschwere Runde, die hinter und über Arco in Richtung Sarca führte.

Da Steffen lieber mit seinem Surfequipment spielen wollte, fiel die Rolle des Guides unvermittelt mir in die Schuhe. Eine Aufgabe, der ich mich natürlich nur allzu gerne stellte. Ein Kinderspiel für jemanden, der sich mit der Technik des Navigationsgeräts, dem Kartenmaterial und der Umgebung an sich bestens auskennt. Der Einstieg in die Tour war bekannt und führte die berüchtigte steile Asphaltpiste hinauf nach Padaro zum ersten Stopp am Brunnen. Blöd nur, dass wir ein gutes Stück unterhalb des Brunnens längst am korrekten Abzweig vorbeigefahren waren. Das Höhenmeterkonto der Tour wurde also schon kräftig betankt bevor sie richtig losging. Ein guter Guide ist eben doch schwer zu finden…

Zu meiner Ehrenrettung muss ich jedoch anbringen, dass die restliche Ausfahrt ohne nennenswerte navigationsbezogene Unpässlichkeiten über die Bühne ging. Insgesamt konnten wir uns über eine schöne kleine Runde freuen, die eher welligen Charakter zeigte und dabei leider einen für unseren Geschmack eher dezent gehaltenen Trailanteil aufwies. Doch auch hier hielt das Material durch und zeigte wiederum keine Schwächen.

Die Reisegruppe wieder sicher ins Sarcatal gebracht

Der Abend brachte uns auf dem Campingplatz noch neue Nachbarn. Eine vierköpfige Familie schwedisch-deutscher Herkunft mit einem beachtlichen Gespann aus Limousine und Wohnwagen versuchte sich auf den engen Sträßchen des Platzes inklusive ungleichmäßig hoher Bordsteine und vom Platzwart schikanös gesetzter Bepflanzung im Offroad-Slalom-Parcours, um den schönsten, aber nicht am einfachsten zu erreichenden Platz zu belegen. Im Nu standen etliche Nachbarn um das Gespann herum, um mit selbstloser Unterstützung in Wort und Tat größeres Unheil für alle Umstehenden und die Familie selbst zu verhindern. Nach einer logistischen Meisterleistung gelang es uns, das Gefährt an den Zielort zu befördern, ohne dass Mensch, Material und Fauna Schaden genommen hatten.

Am Ende stellte sich heraus, dass die Familie bereits nach zwei Nächten wieder abreisen würde. Und dafür haben so viele Menschen ihr Leben auf’s Spiel gesetzt…

Statistik

Ü7: 27.05.2021 -> 28.05.2021 in Torbole (162.639 km)

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