Was für ein unfassbares Elend?!

Heute war es dann soweit. Zum einen saßen wir das erste Mal seit gefühlten Dekaden auf unseren Mountainbikes und kurbelten endlich mal wieder die über die Jahre lieb gewonnenen Anstiege rund um das nördliche Ufer des Gardasees hinauf. Als adäquater Einstieg in die sportliche Woche am See hatte sich schon seit je her die Ponalestraße in Richtung Pregasina herausgeschält. So war die Wahl auch dieses Jahr schnell getroffen. Wild wie wir sind entschlossen wir uns jedoch auf halber Strecke dazu, nicht den kompletten Anstieg nach Pregasina zu erklimmen, sondern kurzerhand den Abzweig zum Ledrosee einzuschlagen.

Aus unserer Erinnerung war das ja eine ebenso nette Einstiegsstrecke mit einem idyllischen Endpunkt am oberhalb des Gardasees gelegenen Ledrosee. Hier zeigte sich jedoch erneut aufs Eindrücklichste wie formidabel das menschliche Gedächtnis doch dazu in der Lage ist, schmerzhafte Erinnerungen und Erlebnisse zu verdrängen und mit einem nebulösen Schleier zu umhüllen, der es unmöglich macht, unten im Tal die Qualen des Anstiegs vorab zu erkennen und abzuwägen. Daher wurden wir förmlich überrascht von den zahlreichen sehr steilen Rampen, die sich uns in den Weg stellten und die Tour als geschmeidige Einsteigertour eigentlich komplett unbrauchbar machte. Immerhin wurden wir am Ledrosee mit einem leckeren Cappuccino in der Außengastronomie belohnt.

Zum anderen wurde zur gleichen Zeit gute tausend Kilometer nördlich das von langer Hand vorbereitete und sich bereits seit mehreren Jahren ankündigende unfassbare Elend manifestiert. Der erste von mir bewusst erlebte Abstieg der einstmals so glorreichen Elitekicker aus der Hansestadt wurde endgültig besiegelt. Immerhin ersparte man sich den Umweg über eine weitere Ehrenrunde namens Relegation. Leider muss man sagen, dass es gerade mit Blick auf die letzten beiden Jahre und insbesondere die letzten zehn Spiele, aus denen nur ein jämmerlicher Punkt geholt wurde, durchaus verdient zu nennen ist. Aber gibt es einen besseren Zeitpunkt als jetzt, um diesem elitären selbstverliebten Bonzenzirkel aus Super League Scheich Clubs, hochgradig korrupten Funktionärsmarionetten und steuerhinterziehenden Vorstandsschergen, die sich ganz offensichtlich in einer Parallelwelt wähnen, den Rücken zuzukehren? Was ist nur aus diesem ehemals so abwechslungsreichen Volkssport geworden?

Immerhin gab es bei uns abends zum Trost Nudeln mit GRÜNEM Pesto.

Statistik

Ü2: 22.05.2021 -> 23.05.2021 in Torbole (162.639 km)

Ein Kommentar

  1. Hey Ihr Beiden. Das ist schön von Euch zu hören. Endlich mal wieder unterwegs, endlich kommt Ölf mal wieder raus. Der arme Kerl. Der hat das mit der Corona-Krise bestimmt noch nicht gerafft. Wie soll so ein kleines Biest das aber auch verstehen, was so im letzten Jahr alles passiert ist. Bestimmt denkt Ölf, dass das Corona-Virus auch für den Abstieg von Werder verantwortlich ist. Tja, gegen die zweite Liga hilft leider auch keine Impfung. Das kann er nicht verstehen. Drum steht ihm zur Seite, zeigt ihm die schönen Seiten der Welt. Ich stelle mir gerade vor, wie Ölf bei Jutta im Lenkersitz mit fliegenden Ohren, vor Freude jauchzend, die rasende Abfahrt genießt. Grüßt ihn bitte ganz lieb von uns. Und, viel Spaß am Gardasee!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.