Alles andere als normal

Wie soll ich nur anfangen? Die Corona Pandemie hat seit über einem Jahr alles und jeden in ihrem unerbittlichen Würgegriff. Seither sind für uns alle Reisen, Urlaube und selbst Kurztrips ersatzlos gestrichen worden. Wir haben uns zwar im vergangenen Sommer mit dem Umbau in Osnabrück ablenken können und formal einen Rekord an Übernachtungen in einem Kalenderjahr aufstellen können, aber, wie vermutlich jeder, hatten wir uns das Jahr 2020 doch irgendwie anders vorgestellt.

Daraus resultierend musste diese kleine Zusammenstellung von Eindrücken bzgl. unserer Erlebnisse rund um die Übernachtungen im Spacecamper (wie der geneigte und aufmerksame Leser sicher auch erkennen konnte) ebenfalls unter den gegebenen Umständen leiden. Die Beiträge über den Umbau im letzten Jahr kamen zäh und am Ende dann gar nicht mehr. Ich habe zwar noch nicht vollends damit abgeschlossen, aber es wird vermutlich noch ein Weilchen dauern bis ich an dieser Stelle meiner Chronistenpflicht nachgekommen bin.

Doch während zu Beginn des Jahres alles noch in trübe Düsternis gehüllt war und gar nicht abzusehen war, wann wir jemals wieder einen Schritt vor die Haustür wagen könnten, scheint endlich jemand irgendwo ein Licht angeknipst zu haben. Endlich sinken die Infektionszahlen, die Impfungen für alle nehmen hoffentlich wirklich demnächst an Fahrt auf, der Sommer kommt und auch die Experten kommen mit freundlicheren Prognosen um die Ecke. Das alles und das dringende Bedürfnis nach zwei Jahren urlaubsfreier Isolation endlich mal wieder etwas anderes als die eigenen vier Wände zu sehen (auch wenn diese relativ neu und auch ganz schön geworden sind…), hat uns dazu bewogen, dieses Jahr tatsächlich den traditionellen Pfingsturlaub auf dem Campingplatz im Freien am Gardasee zu begehen.

Die Grenzen sind wieder für Urlauber aus EU Staaten geöffnet. Die Formalitäten sind allerdings ungewohnt und daher aufwendig. Man braucht einen negativen Corona-Test und muss sich vorab digital im Zielland anmelden. Dafür entfallen allerdings die Quarantäneauflagen zwischen Deutschland und Italien, was speziell einen Aufenthalt auf einem Campingplatz erst möglich macht. Das Transitland Österreich ermöglicht einem zudem ohne weitere Auflagen die Durchfahrt, so lange man sich höchstens zu einem notwendigen und kurzweiligen Zwischenstopp hinreißen lässt. Tanken ist also glücklicherweise gestattet und wird daher auch von uns unbedingt wahrgenommen, da dies in der Alpenrepublik ein deutlich kleineres Loch in die Urlaubskasse reißt.

Bleibt nur noch die innere Zerrissenheit zu besiegen, sich trotz längst nicht besiegter Pandemie wieder auf eine Reise zu begeben, die neutral betrachtet sicher nicht als essentiell notwendig einzuordnen ist. Es ist keine Reise, von der man im Vorfeld voller Vorfreude bei Freunden oder Kollegen herumerzählt, wohl wissend, dass es für genügend Leute mit Sicherheit gute Gründe gibt, so ein Wagnis zu diesem Zeitpunkt noch nicht einzugehen. Und nichts liegt mir aktuell ferner als irgendjemanden mit Urlaubsfotos aus der Sonne zu belästigen, der selbst zu Hause noch auf einen Impftermin wartet. Mal abgesehen davon, dass das mit der Sonne sich auch erst noch herausstellen muss.

Auch die Anreise selbst war alles andere als normal. Um kurz vor sieben Uhr saßen wir bereits im Camper auf der A8 in Richtung Fernpass. Doch bis auf eine kurze Safetycar-Phase bei Pforzheim als ein vor uns fahrendes Polizeiauto den Verkehr kurzzeitig aufgehalten hatte, um irgendwelches Gerümpel von der Fahrbahn zu kicken, kamen wir unerwartet zügig durch. Der Fernpass war quasi leer und auch auf der Brenner Autobahn wurden wir nicht weiter aufgehalten. So waren wir in einer Rekordzeit von sechseinhalb Stunden in Torbole angekommen und wurden geradezu überschwänglich von Walter an der Rezeption des Campingplatzes in Empfang genommen. Wir waren im System bekannt, von Nici und Steffen schon auf unserem Wunschstellplatz angemeldet und konnten uns kurze Zeit später bereits die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, während uns eine steife Brise die Frisuren zersauste.

Der Brione ist auch noch da
Statistik

Ü1: 21.05.2021 -> 22.05.2021 in Torbole (162.639 km)

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