Ein Griller, der nicht grillt, backt Flammkuchen

Aus unerfindlichen Gründen war es auch in diesem Jar nicht möglich einen Grilltermin der Bremer Grillfreunde im Sommer zu finden. Allerorten führten diverseste Terminkonflikte dazu, dass es doch erst ein Termin Ende Oktober wurde. Aber der passionierte Grillmeister lässt sich selbstredend nicht von so Nebensächlichkeiten wie der Jahreszeit oder etwa ungastlichem Wetter vorschreiben, wann er seine Holzkohle aus dem Keller holt, das Feuer entfacht und liebevoll zubereitete Leckereien mit delikaten Röstaromen versieht. Das wäre ja wohl noch schöner.

Nun gut, erster kleiner Dämpfer für den Freund des gepflegten Barbecues war die bereits im Vorfeld schon offenbarte Tatsache, dass Carsten in seiner aktuellen Bleibe in München leider keine Grillerlaubnis mitgemietet hat. Da konnte die Sonne am letzten Oktoberwochenende in der Bayrischen Landeshauptstadt noch so sehr vom Himmel brennen, der Grill musste dennoch leider kalt bleiben. Der zweite deutlich größere Dämpfer für die eingeschworene Gruppe der Bremer Griller war die kurzfristige Absage der Braunschweiger Fraktion. Ein unaufschiebbarer Handwerkseinsatz im leider für unser Treffen völlig abgelegenen Ferienhaus an der Ostsee grätschte uns auf Unerbittlichste dazwischen.

So mussten wir in reduzierter Runde die Fahne der Griller ohne Grill hochhalten. Das ist uns dank Carstens kulinarischem Ausweichprogramm mit selbst gemachtem Kaiserschmarrn und vielfältig belegten Flammkuchen aufs Vortrefflichste gelungen, würde ich sagen. Die üblicherweise auf so einem Grill produzierten Röstaromen gab es dann allenfalls am Sonntag Morgen zum Frühstück als eine Charge der Aufbackbrötchen etwas zu lange im Backofen liegen geblieben war, wurden aber insgesamt nicht weiter vermisst.

Zwischen den Gängen blieb noch genügend Zeit, die schwächelnd daher plätschernde Welle auf dem Eisbach zu besuchen. Womöglich lag es an den vor Ort durchgeführten Baumaßnahmen, dass die Surfer lieber zu Hause blieben oder sich doch noch an der französischen Atlantikküste aufhielten, anstatt sich bei diesem müden Anblick eine Träne aus dem Augenwinkel zu wischen. Der Rückweg führte uns durch den Englischen Garten. Den Gedanken, die letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres für einen Spaziergang zu nutzen, hatten aber offenbar alle Münchner zu gleichen Zeit. So schlenderten wir auf einer Art Slalomparcours durch die Menschenmassen und kehrten zur Stärkung noch in einen der etlichen Biergärten für ein kleines gekühltes Getränk ein.

Die schlappe Welle auf dem Eisbach. Da ist auf der Hasewelle ein bisschen mehr Zug drauf…
Abendliche Idylle nach dem Besuch des Biergartens im Englischen Garten

Da uns Gunnar bereits am frühen Sonntag Morgen verlassen musste, um zu Hause seiner mit einem akuten Hexenschuss am Boden liegende Frau wieder aufzuhelfen, machten wir nach dem Frühstück noch zu dritt einen Spaziergang durch das einsame Naturschutzgebiet nahe der Allianz Arena und hinauf auf den berühmten Fröttmaninger Berg, einer 75 Meter hohen Erhebung auf einer ehemaligen Mülldeponie.

Blick über München vom Frötmaninger Berg. Man beachte auch den herrlich blauen Himmel
Statistik

Ü54: 26.10.2019 -> 27.10.2019 in München (139.114 km)

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