Zum Teufel mit Christine

Nach erneuten zwei Tagen mit mehr oder weniger anspruchsvollen Touren sehnten wir uns nach einem verdienten Ruhetag mit ein bisschen Planschen auf dem See. Das Kajak sollte ja nicht umsonst die lange Reise nach Italien mitgemacht haben. Aber nachdem Christine erst an einer nennenswerten Tour in dieser Woche teilnehmen konnte und am selben Abend noch die Abreise antreten musste, ließen wir uns als ausgesprochene Teamplayer selbstredend leicht dazu überreden, doch noch am dritten Tag in Folge eine 1000 Höhenmeter-Runde zu fahren.

Nach langem Hin und Her fiel die Wahl auf die gute alte Kuhschädeltour, an die sich keiner mehr so recht erinnern konnte, außer dass sie mitunter recht steil und glitschig war. Eine geradezu wunderbare Kombination mit der Gluthitze auf der Asphalt-Auffahrt der Jutta-Tour. Das Ausscheidungsrennen begann schon vor dem Start, da Tom sich aufgrund eines zwickenden Knies entschuldigen musste. Steffen hatte sich ohnehin schon im Vorfeld abgemeldet, und als dann Nici auch, gesundheitlich noch angeschlagen, an der berühmten Mauer über Nago ausklinken musste, waren wir nur noch zu dritt.

Aussicht während des Anstiegs

Aber nach unendlich langen, quälend heißen Kilometern auf den steilen Rampen des Trentino kamen wir tatsächlich irgendwann oben an. Auf einer großen Schautafel begrüßte uns das Tal des Teufels (im Original „Val Del Diaol“). Eine Legende und pures Adrenalin wurden uns versprochen. Aus der schon martialisch anmutenden Kuhschädelrunde wurde ein reiner MTB-Downhill. Gleichzeitig wurde aber ein Vollvisierhelm empfohlen und auf die hohe Verletzungsgefahr hingewiesen. Teufel auch!

Unerschrocken machten wir uns dennoch auf den Weg. Was für ein Ritt. Die Abfahrt war tatsächlich über die kompletten gut 700 Höhenmeter anspruchsvoll. Von steilen, schmierigen Abschnitten über verblockte und verwurzelte Passagen mit abgrundtiefen Absätzen war alles dabei. Da fielen die separat angelegten Schanzen und Holzstege gar nicht weiter auf. Für den zwar erfahrenen, aber dennoch zögerlichen und von der Hitze der Auffahrt schon weich gekochten Teil unserer Gruppe war es ein unerquicklicher Höllenritt auf den lodernden Schwingen des Teufels.

Die beiden Damen dagegen hatten nur im oberen, sehr steilen Abschnitt leichte Probleme, fanden sich im unteren Teil aber immer besser rein und haben vermutlich seit diesem Jahr nun eine weitere Favoritentour neben der schönen San Giovanni Runde im Gepäck.

Zum Abschluss noch ein herrlicher Blick über Torbole

Am Abend fuhr der ganzen Gruppe, abzüglich der leider bereits viel zu früh abgereisten Lindauer, nach dem Essen dann der Schock in die Glieder. Zu Besuch kamen die neu angereisten Nachbarn, die wie Steffen scheinbar schon zum Inventar des Campingplatzes über die Pfingsttage zählen. Mit offenen, weit aufgerissenen Augen und ebenso verzerrten Mündern staunten wir über die im besten Fall hanebüchenen Erzählungen der redseligen Mutter über ihren ganz offensichtlich bemerkenswert alternativ erzogenen, nachgerade narzisstischen Nachwuchs. Wie anders ist zu erklären, dass die eigene Brut nicht in einen extra angeschafften T4-Bus steigen möchte, da die Lackierung in ihren verwöhnten Augen peinlich sei. Über die weiteren Anekdoten des Abends möchte ich lieber in einer Art Schockstarre den Mantel des Schweigens legen…

PS: Was für ein großartiger Titel, nicht wahr?! Liebe Grüße an Christine!

Statistik

Ü19: 24.05.2018 -> 25.05.2018 in Torbole (96.308 km)

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