Der Giro macht Station

Vor vielen vielen Jahren hätten wir sicher voller Vorfreude und Euphorie dem heutigen Tag entgegen gefiebert. Als die Radsportwelt mit Sicherheit genauso drogenverseucht, aber noch nicht ganz so offensichtlich verlogen und unseriös war. Die Zeiten sind aber dank etlicher korrupter Funktionäre und skrupelloser Apothekenangestellter längst vorbei.

Die heutige Etappe des Giro d’Italia startete in Riva del Garda. Und da wir diesen Tag eben nicht allzu sehnsüchtig erwartet haben, kam uns auch nicht in den Sinn, eine andere Tour als unbedingt die zum Passo Rochetta zu wählen. Denn nun mussten wir einmal durch den ganzen Trubel in Riva hindurch, um die Ponalestraße zu erreichen. Ein Meer aus rosafarbenen Luftballons und T-Shirts musste überquert werden. Wobei es ehrlicherweise eher ein See oder vielleicht ein kleiner Flußlauf war.

Also kein Grund sich länger als nötig aufhalten zu lassen. Insbesondere nicht, da die Tour zum Passo Rochetta für uns in der Vergangenheit in steter Regelmäßigkeit mit Wolkenbrüchen oder sonstigen Schlechtwetterfronten garniert war. Vermutlich aufgrund der Festivitäten im Ort war die Ponale angenehm leer. Auch die Quote der unlauteren und törichten Elektro-MTBs war erfrischend gering. Doch spätestens am Aussichtspunkt war es mit dieser Ruhe auch schon wieder vorbei. Neben E-Bikes und Mountainbikern aus allen Ecken kamen aber auch dunkle Wolken am Himmel. So in etwa funktionieren dann wohl selbsterfüllende Prophezeiungen.

Blick von oben auf eine Regatta auf dem See

Kurz unterhalb des anvisierten Kulminationspunktes der heutigen Tour an der Malga Palaer, bei der der schöne Trail zurück nach Pregasina startet, kamen die dicken Regentropfen. Dieser Tatsache und einer kleinen Schwächephase von Jutta geschuldet, machten wir kehrt und stiegen in den Trail ein kleines Stückchen weiter unten ein.

Das böse Erwachen kam dann, als wir uns zurück auf dem Campingplatz befanden. Den ausgeklügelten Plan, den antiken Gasgrill der Lindauer auszuprobieren, mussten wir abblasen, da unglücklicherweise durch den unvorhersehbaren Regenguss alle unsere Campingstühle klitschnass waren. Stattdessen verbrachten wir den Abend um die Ecke im Surfer’s Grill, der so viel mit Surfen und coolen Surfern zu tun hat wie ein Borkenkäfer mit Altölentsorgung. Aber immerhin gab es Gegrilltes.

Statistik

Ü17: 22.05.2018 -> 23.05.2018 in Torbole (96.308 km)

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