Die letzten Tage

Der Platz in Pietracorbara bietet nicht nur großzügig parzellierte und schattige Parzellen an, sondern auch eine sehr große saftige Wiese mit vereinzeltem Baumbestand, auf der sich die Wohnmobile stellen dürfen wie sie wollen. Auf diese Wiese fiel auch unsere Wahl. Trotz der vielen weiteren Gäste konnte man sich ein angenehmes Stück weit ausbreiten, ohne den Nachbarn auf die Pelle rücken zu müssen.

Dies funktionierte bis etwa zum Abendessen. Dann kam ein Bimobil aus Heidelberg. Drehte eine Runde über die schon im Dunkeln liegende Wiese und stellte sich quasi direkt unter unser Sonnensegel. Zumindest war das der erste Eindruck von Jutta, die zunächst von den Scheinwerfern geblendet wurde und als sie die Augen wieder öffnen konnte, stand da diese gefühlt acht Meter hohe Wand eines Monstertrucks. Von einem Blick in die schöne Landschaft war jetzt keine Rede mehr.

monstertruck
Das Monster naht

Als sich die Wiese am nächsten Mittag dann ein wenig geleert hatte, zogen wir sofort um an das andere Ende der Wiese. Dieses Mal sogar mit Meerblick zur 500 Meter entfernt liegenden Bucht. Von dieser Position aus konnten wir dem munteren Treiben auf der kompletten Wiese zusehen. Fast wie Fernsehen.

Da wir aber noch einen letzten Einkauf zu erledigen hatten, mussten wir tatsächlich nochmal den Bus bewegen. Der absolute Hammer war jedoch, dass Jutta sowohl aus dem aufgestellten und durch die Kederleiste mit dem Bus verbundenen Sonnensegel vorwärts rausgefahren ist als auch nach dem Einkauf rückwärts, im ersten Anlauf, wieder in das Sonnensegel hineingefahren ist. Und als wäre das nicht schon unfassbar genug, ist sie auch noch rückwärts am Sonnensegel hängend auf die Keile gefahren. Was für eine Meisterleistung!

Erwähnenswertes Detail über den Campingplatz ist das Waschhaus. Tagsüber schallmeit ununterbrochen in Endlosschleife ein Medley aus dem Besten von Richard Clayderman, einer Art Rondo Veneziano und folkloristischen, vermutlich italienischen Akustikgitarrenliedern aus den frühen 60ern. Wenn man nicht aufpasst und sich in die ganz rechte Dusche verirrt, dann steht man direkt unter der Quelle. Eine Stichprobe des Nächtens hat ergeben, dass die Beschallung offenbar irgendwann abgestellt wird. Vielleicht war ich aber auch zu schlaftrunken, um es zu merken. Ich sage nur „Dreams are my reality…“

Nun heißt es so langsam aber sicher Abschied zu nehmen von der Insel und leider auch vom erstaunlicherweise wieder viel zu kurzen Urlaub. Die Fähre ist mittlerweile gebucht, der letzte Strandtag ist nach sehr zähem, weil wolkigem Beginn, nun doch noch sonnig geworden. Es weht aber gleichzeitig ein sehr stürmischer und sich häufig drehender Wind, so dass ich das iPad nicht nur gut festhalten, sondern auch von umherwehenden Zeugs schützen muss, während ich diese paar Zeilen tippe. Oh, jetzt kommt gerade ein ganzer losgelöster Busch von hinten rechts. Zeit, einzupacken.

sonnenuntergang
Was für ein Sonnenuntergang am letzten Abend
Statistik

Ü31: 15.09.2016 -> 16.09.2016 in Pietracorbara (46.284 km)
Ü32: 16.09.2016 -> 17.09.2016 in Pietracorbara (46.321 km)

Karte

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