Die Bucht, die sich nicht lohnt

Nach der Verabschiedung mussten wir zur Ablenkung erstmal unsere Vorräte wieder ein wenig auffüllen. Der erste Weg führte also in den Supermarkt. Nachdem ich schon dreimal dran vorbei gegangen war, gab es nun kein Halten mehr. Der korsische Whisky lachte mich so sehr an, dass ich nicht mehr nein sagen konnte. Immerhin konnten wir uns jedoch bei dem schnuckeligen kleinen Weinkühlschrank im Zaum halten, der direkt unter dem Whisky drapiert war.

Mit gefülltem Tank schlugen wir dann die Querfeldeinvariante ein. Statt die Nationalstraßen zu befahren, wählten wir die kleinen und vor allem engen Nebenstraßen. Die Aussichten waren prima und Haarnadelkurven reichlich. Gelernt haben wir zudem, dass man zum Befahren der kleinen grauen Straßen auf der Karte besser mit einem vierradgetriebenen Monstertruck unterwegs ist. Bereits nach wenigen Metern begrüßte uns ein riesiges Erdloch auf der Fahrbahn, in das ganz Liechtenstein herein gepasst hätte.

Also zurück auf die „normalen“ Straßen bis uns dann nach einer weiteren rasanten Spitzkehre das Klo im Fußraum der Rückbank umkippte. So viel zum Thema „Hast Du ein Klo, bist Du froh“. Froh waren wir tatsächlich aber über die Tatsache, dass der Fäkalientank frisch geleert war und sich somit nur Frischwasser in der Toilette befand. Zusätzlich waren wir erfreut über den von Jutta extra angefertigten teflonbeschichteten Tragesack des Utensils, der den Innenraum des Autos erstaunlicherweise trocken hielt.

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Das Klo-Malheur

Doch so schön der Weg und seine Ereignisse auch war, am Ende landeten wir auf einem, nennen wir es, sehr einfachen Campingplatz in Belvedere-Campomoro, nahe einer unfassbar mit Booten jeder Art zugestellten Bucht, dass man kaum das Meer sehen konnte. Trotz der sehr freundlichen, zum Großteil fremdsprachigen Begrüßung auf dem Platz, war uns sofort nach der Ankunft klar, dass wir am nächsten Tag weiter fahren würden. Nennt uns Luxuscamper oder verwöhnte Großstadttouristen, aber wenn die letzte Renovierung des Waschhauses gefühlt so lange her ist wie meine Einschulung und ich zum Geschirrspülen kein warmes Wasser bekommen kann, dann sinkt ein noch so liebevoll geführter Campingplatz in meinem Ranking.

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Nur auf den ersten Blick idyllisch

Das Schöne an der Einfachheit des Platzes war jedoch, dass die Nacht sehr ruhig war. Das lag sicher auch daran, dass die drei Esel, die sich ein Grundstück direkt neben dem Platz teilten, nur bis in die Abendstunden unvermittelt lauthals posaunten, dass einem der Löffel mit den frisch zubereiteten Gnocchi förmlich aus der Hand zu fallen drohte.

Statistik

Ü25: 09.09.2016 -> 10.09.2016 in Belvedere-Campomoro (45.870 km)

Karte

  1. Wir verfolgen fleißig jeden Eintrag. Bei der Kloaktion mussten wir laut lachen. Könnte ich ein Bild des portablen WCs bekommen? Ich kann mir das nicht so richtig vorstellen.

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