Endlich mal wieder eine Nacht mit lärmenden Nachbarn. Wider Erwarten, dank unserer über lange Zeit herausgearbeiteten Vorurteile, waren es dieses Mal aber gar keine osteuropäischen Amateurcamper, sondern ganz normale deutsche Teenager, die bis nachts um kurz vor drei Uhr quasi direkt in unserem Heckzelt lustige Geschichten austauschten und herzhaft darüber lachen mussten. Diesem bunten Treiben, bei gleichzeitiger stimmungsvoller Untermalung von französischer Discomusik aus der Ferne, machte Jutta dann aber, schon halb weich gekocht, in tief dunkler Nacht den Garaus. How time flies, when you are having fun!?

Nach einem kundigem Blick auf die Wind- und Wellenprognosen für das südliche Korsika der kommenden Tage, stellte sich relativ schnell heraus, dass sich der heutige Freitag am besten für das seit drei Jahren aufgeschobene Unternehmen Bonfacio eignen würde. Entspannt und ausgeruht traten wir um kurz nach elf Uhr den lang ersehnten Ausflug an. Mit einem Umweg über die Tankstelle im Hafen von Porto Vecchio ging es ohne weiteren Stop immer weiter nach Süden.

Das Meer hielt sich jetzt nicht sklavisch an die prognostizierten 10 bis 20 Zentimeter Wellenhöhe, aber trotzdem kamen wir in guten anderthalb Stunden in der Hafeneinfahrt von Bonifacio an. Die lange Zeit des Wartens hat sich aber ausdrücklich gelohnt. Die Schlucht zwischen den meterhohen Klippen ist in der Tat äußerst imposant und sehenswert.

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Bonifacio vom Wasser aus

In Bonifacio angekommen, gab es erstmal ein leckeres Waffeleis, das schon sehr nah an das italienische Original aus Riva del Garda heranreichte. Danach schalteten die Damen der Reisegruppe annähernd so schnell wie ein neunfacher jamaikanischer Olympiasieger im Schlusssprint in den Shopping-Modus. Zielstrebig wurde die vor drei Jahren bereits zum zweiten Mal frequentierte Boutique anvisiert, damit endlich auch Ute, unter Zusammenkratzen fast aller mitgeführten liquiden Zahlungsmittel, die schon seit Jahren erträumte Handtasche erwerben konnte. Bepackt mit vollen Einkaufstüten aus den diversesten Boutiquen, aber mit leeren Geldbörsen, kamen wir zurück zum Hafen, wo Gerd schon auf dem Boot auf uns wartete.

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Ölf über den Dächern von Bonifacio

Die Rückfahrt war trotz des aufgefrischten Windes, aber dank der fahrtechnisch günstigeren Wellenrichtung sogar ein wenig komfortabler als die Hinfahrt. Erst kurz vor dem Ziel erlaubten wir uns eine kurze Kuchen- und Badepause neben einem der etlichen Lemming-Ausflugsboote, die Badegäste zu Hunderten in die Buchten schleusen, um sie dort über Bord zu werfen und womöglich später wieder einzusammeln und dann in der nächsten Bucht das selbe würdelose Spiel aufs Neue zu treiben.

Abends gab es selbstgebackene Pfannkuchen á la Roswitha mit von Jutta per Hand geschlagenem Eischnee. Lecker!

Statistik

Ü17: 01.09.2016 -> 02.09.2016 in Golfo di Sogno (45.779 km)

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