Im Norden

Es sieht so aus als wären wir einer weiteren internationalen Verschwörung auf der Spur. Die Theorie, dass Italien das vermeintliche Ursprungsland der Pizza wäre, entpuppt sich immer mehr als riesengroße Seifenblase, die auch die geschicktesten Clowns im Circus Roncalli nicht gewaltiger hinbekommen würden. Wir saßen nun schon zweimal in unterschiedlichen Restaurants an unterschiedlichen Orten, studierten die Speisekarten und hatten uns schon fast für die Pizza Diavola entschieden als die Bedienung uns darauf hinwiesen, dass zwar Pizza in der Karte steht, aber trotzdem nicht ausgegeben werden kann.

Für dieses äußerst seltsame Verhalten gibt es folgerichtig nur die Erklärung, dass die Italiener gar nicht in der Lage sind, eine Pizza herzustellen. Die ganzen langen Speisekarten voller kreativ ausgedachter Namen von Regionen und Zutaten sollen offenbar nur den Schein wahren. Kommt die Pizza etwa gar nicht aus Italien, sondern aus Kasachstan, Montenegro oder Paraguay?! Oder aber wir sind gerade dabei, einen noch viel größeren Komplott aufzudecken. Womöglich werden gerade alle Pizzabäcker des Landes entführt und an einem geheimen Ort gefangen gehalten, um die Pizzapreise in die Höhe zu treiben? Ein dunkler mafiöser Geheimbund zieht auf jeden Fall hier im Hintergrund die Fäden.

Wenn man das bis zu Ende denkt, scheint es doch wenig sinnvoll, immer wieder den Luigi der Woche zu küren. Genauso gut könnte es der Hans-Jürgen oder der Mustafa der Woche sein… Auf was kann man sich eigentlich noch verlassen in dieser verrückt gewordenen Welt?

Da hilft es ja auch nicht, dass unser Campingplatz Is Arenas damit wirbt, täglich frisches Brioche im Angebot zu haben. Nicht nur, dass hier noch niemand diese Brioche gesehen hat. Selbst eines Morgens als ich kurz nach Sonnenaufgang zum Supermarkt geprügelt wurde, gab es nichts dergleichen. Zudem dachten wir ja bisher auch, dass es sich bei Brioche um eine eher französische Brotkreation handelt. Aber hier beginnt vermutlich schon die nächste Verschwörungstheorie…

Nach nunmehr vier Nächten Is Arenas sind wir heute wieder zu neuen Ufern aufgebrochen. Nun steht der Norden der Insel auf dem Programm. Der nun schon von mehreren Seiten hochgelobte Campingplatz Baia Saraceno in Palau sollte unsere nächste Station sein. Eine lange Fahrt durch die aufgrund etlicher Baustellen im Schneckentempo zu durchkriechende Ödnis stand uns bevor. Immerhin haben sie schon die ein oder andere Baumaschine an die Strecke gestellt. So sieht es wenigstens ein bisschen so aus als würden sie die Baumaßnahmen ernst nehmen.

Nun stehen wir wieder mit unserem Spacecamper direkt am Wasser und lauschen dem leisen Plätschern der Brandung und dem etwas lauteren Geklapper der Nachbarn mit irgendwelchem Geschirr. Unter rein optischen Gesichtspunkten ein sehr schöner Platz, wenn man die Chance bekommt, einen der begehrten Plätze am Meer zu ergattern. Der Strand ist allerdings kaum als solcher zu erkennen, so dass vermutlich nicht allzu große Badefreuden aufkommen werden. Aber das wird im Detail erst der morgige Tag ergeben.

Da wir hier kein vernünftiges WLAN zur Verfügung haben, gibt es erstmal noch keine neuen Bilder.

Statistik

Ü26: 23.09.2015 -> 24.09.2015 in Is Arenas (18.506 km)
Ü27: 24.09.2015 -> 25.09.2015 in Is Arenas (18.506 km)
Ü28: 25.09.2015 -> 26.09.2015 in Is Arenas (18.506 km)

Karte

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