Genug gewartet

Nach zwei langen Wochen voller Däumchendrehen und Löcher in die Luft gucken aufgrund des gleichzeitigen Stillstands auf der Baustelle wurde es jetzt endlich Zeit für ein bisschen Bewegung ebenda. Die Handwerker hatten sich aus ihrer lähmenden Lethargie verabschiedet und waren alsbald gewillt, die ersten Arbeitsnachweise zu liefern. Voll guter Hoffnung begaben wir uns daher wieder nach Osnabrück und feierten zunächst einmal ein kleines Fest. Natürlich kein Fest zum anstehenden realen Start der Gewerke, sondern anlässlich des Wiegenfestes der kleinen Nara. Bei herrlichstem Geburtstagswetter ließen wir uns die mehrstöckige Geburtstagsüberraschungstorte aus Merles Zauberbackschmiede schmecken.

Unser vorübergehend neues Zuhause
…mit Badezimmer

Dann ging es tatsächlich los. Der Dachdecker schickte wirklich seine ersten richtigen Handwerker und ehe man sich versah wurde das Dach deutlich luftiger. Bereits sehr schnell konnte man erahnen, dass sich im Vergleich zu den wenigen Sonnenstrahlen, die sich früher durch die fast nur als Schießscharten zu bezeichnenden Fenster der alten Gaube ins Innere der Wohnung verirrten, nun ein geradezu lichtdurchfluteter Raum abzeichnete. Da muss man nur eben schnell ein paar Dachziegel zur Seite legen und mit einem Male konnte man auch schon den traumhaften Ausblick gen Süden genießen. Beinahe bereits so überwältigend, dass man direkt wieder einziehen wollte, wenn man nicht auch einen kurzen Moment über die mitunter selbst in der norddeutschen Tiefebene möglichen Schlechtwetterphasen nachgedacht hätte.

Die alte Gaube hat ausgedient
Ist ja auch ein bisschen in die Jahre gekommen
Der Abriss des Dachstuhls startet
Da fällt schon einiges an Schutt an
Dafür wirkt das Badezimmer plötzlich irgendwie großzügiger
…und dieser Blick!

So überwältigend der Blick über die Stadt durch das geöffnete Dach ist, so erschütternd war der nächste Gang in die Waschküche im Keller. Neben dem Entfernen der Dachziegel machten sich die Dachdecker auch mit dem groben Gerät an das Stutzen des Schornsteins. Dabei stellte sich dann sehr eindrücklich heraus, dass der Dachdecker eben kein Chirurg ist. Ansonsten hätte er auch sicher nicht so einen sonnengebräunten Teint und müsste nicht bei schlechtem Wetter auf irgendwelchen Dächern rumtanzen. Das wiederum hatte dann aber zur Folge, dass der Abbruch der Steine vom Schornstein nur zum Teil fachgerecht entsorgt werden konnte. Ein guter Teil des abgebrochenen Materials fiel drei Stockwerke tief in den Kamin, schlug die Revisionsklappe in der Waschküche heraus und verwandelte den Keller über weite Teile in eine staubüberzogene Trümmerlandschaft.

Christo hätte seine Freude gehabt
Das überschüssige Holz vom Dach landet im Garten

Schlag auf Schlag ging es weiter. Denn schon am Mittwoch tauchte der Maurermeister auf, um seine ersten Arbeitspakete entgegen zu nehmen. Nach dem Gespräch hatten wir eigentlich einen recht guten Eindruck, leider verflüchtigte der sich sehr rasch als seine Leute auf der Baustelle auftauchten und statt eines sauber gelegten Betongurts auf der Südseite des Hauses offenbar mehr Spaß an fröhlichen Wasserspielen hatten. Dabei rührten sie ihren Beton nicht nur ohne irgendeinen Schutz des Holzfußbodens an, sondern verplemperten dabei auch so viel Wasser, dass ich im Stockwerk unter der Baustelle plötzlich das Gefühl hatte, unter einer leicht verkalkten Dusche zu sitzen. Wassereinbruch auf der vollen Länge der Hauswand. Das kann natürlich mal passieren, insbesondere wenn man den Polier zwischendurch für mehrere Stunden auf eine andere wichtigere Baustelle schickt. Wenn in der ersten Woche schon so ein ärgerlicher Fauxpas passiert, dann wird einem schon angst und bange, ob nicht am Ende das Haus komplett in Schutt und Asche gelegt sein wird.

Der Wasserspielplatz der Maurer
Wassereinbruch auf der ganzen Breite
Der immer noch feuchte Betongurt
Die Maurer gehen auf Tauchstation…

Als Ausgleich zu den eher grobmotorisch und in erster Linie zerstörerisch anmutenden Arbeiten der Profis wollten wir bewusst einen Kontrapunkt setzen. Die schon reichlich in die Jahre gekommenen Bleikristallflurfenster bedurften seit geraumer Zeit einer Schönheitsoperation. Die Farbe blätterte bereits von den Rahmen und die Fenster selbst saßen auch nicht mehr an allen Stellen fest in selbigem. Höchste Eisenbahn also, um da mal Hand anzulegen, zumal uns das Gerüst diesbezüglich geradezu anschrie, endlich die Gunst der Stunde zu nutzen. Da ließ sich Jutta natürlich nicht lange bitten und begann die aufwendige Restauration.

Da ist einiges zu tun…
…also frisch ans Werk!
Statistik

Ü20: 20.06.2020 -> 21.06.2020 in Osnabrück (149.519 km)
Ü21: 21.06.2020 -> 22.06.2020 in Osnabrück (149.519 km)
Ü22: 22.06.2020 -> 23.06.2020 in Osnabrück (149.519 km)
Ü23: 23.06.2020 -> 24.06.2020 in Osnabrück (149.519 km)
Ü24: 24.06.2020 -> 25.06.2020 in Osnabrück (149.519 km)
Ü25: 25.06.2020 -> 26.06.2020 in Osnabrück (149.519 km)
Ü26: 26.06.2020 -> 27.06.2020 in Osnabrück (149.519 km)