Bootstage

Zum Abschied von Steffi und Christian langte es mit dem Motorboot bei starkem Wellengang leider nur bis in die Bucht bei uns um die Ecke, die wir nun schon mehrfach frequentiert hatten. Die beiden wollten sich die Insel noch ein bisschen mehr als nur vom Meer rund um die Bucht von Porto-Vecchio aus ansehen. Da die Insel so viel zu bieten hat, ist dieses Ansinnen natürlich nur verständlich. In der Bucht wurden aber wenigstens noch die Fatboy Lamzac Luftkammersofas rausgeholt und wieder einmal unter großem Gejohle als Loungemöbel auf dem Wasser benutzt.

Die Bucht liegt eingebettet auf der einen Seite von der abgeschirmten, von außen als Normalsterblicher nicht zugänglichen Wohnsiedlung der Reichen und Schönen auf der Halbinsel Cala Rossa. Hier sollen auch französische Präsidenten und sonstige Größen der High Society ein Anwesen ihr Eigen nennen. Auf der anderen Seite befindet sich eine Luxushotelanlage, die in der Nebensaison, in der wir uns ja glücklicherweise gerade noch befinden, für ein einziges Doppelzimmer mit Seeblick mindestens den Schnapperpreis von 1.200 Euro pro Nacht aufrufen. Was wir dadurch alles an Geld gespart haben, weil wir uns stattdessen nur auf diesem kleinen Campingplatz ein paar Straßen weiter eingebucht hatten, ist ja kaum auszuhalten.

Mittlerweile hatten wir uns soweit auf der Insel eingelebt, dass sich die Tage einander anglichen. Begonnen wurde mit einem gemütlichen Frühstück, das nur ein einziges Mal mit sieben Baguette und fünf Croissants für vier Personen ein wenig üppig auszufallen schien, was aber nur daran lag, dass Gerd und ich unabhängig von einander kurz hintereinander, ohne uns gegenseitig abzusprechen beim Bäcker waren. Dank ausgeklügelter Verhandlungen mit einem Paar neuer Nachbarn aus Hamm brachten jeweils zwei Teile dieser leckeren französischen Backwaren auf dem Schwarzmarkt den Gegenwert von einer Honigmelone. So wurden wir nicht nur satt, sondern bekamen auch noch Vitamine. Was für ein genialer Schachzug.

Blick aus unserem Schlafzimmer

Nach dem Frühstück machten wir uns klar für das Motorboot. Mal schipperten wir aus der Bucht von Porto-Vecchio nach Norden, mal preschten wir vor nach Süden. Immer auf der Suche nach einem schönen Fleckchen Erde, an dem man die Seele baumeln lassen konnte, ohne von irgendwelchen Bademeistern gemaßregelt oder von Horden anderer Badegäste gestört zu werden. So waren wir am Strand von Rondinara im Süden und zählten die vielen Motor- und Segeljachten in der Bucht, die nur wenige nicht heillos überfüllte Plätze aufwies. In Richtung Norden besuchten wir die Bucht von Pinarellu, die ein ziemliches Seegrasproblem zu haben scheint. Wenn man allerdings wie wir vom Wasser aus kommt und den Strand gar nicht zwingend erreichen möchte, da das Wasser im Uferbereich so klar und seicht abfallend und der Boden so herrlich weich und sandig ist, dann hat man eher den Vorteil, dass man sich die Bucht mit gar nicht so vielen Menschen teilen muss.

Kapitän Ölf
Die Bucht von Pinarellu
Was für ein monströser Käfer…

Ein Ausflug ging zu einer kleinen zerklüfteten vorgelagerten Insel mit vielen kleinen felsigen Buchten, die sich hervorragend zum Schnorcheln eigneten. Die Fischvielfalt war dort deutlich höher als an normalen Stränden. Auch ich versuchte mich zur Freude von Jutta im Uferbereich erstmals an Taucherbrille und Schnorchel und stellte mich offenbar nicht komplett dusselig an. Das Areal scheint aber mittlerweile auch ein Hotspot für Kayakfahrer zu sein. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir in einer der kleinen Buchten Besuch von diversen Wassersportlern, die sich aber nicht so recht an unsere Kleiderordnung halten wollten…

Die Bucht mit den vielen Fischen, mal ohne Kayaks

Nach einem langen und gemütlichen Tag am und im Wasser mit viel Sonne kehrten wir dann in der Regel rechtzeitig zur Abendessenszeit wieder zurück und ließen den Tag mit einem gekühlten Rosé ausklingen, bevor wir erschöpft ins Bett fielen. Die Abende unterschieden sich nur in so fern als, dass uns einmal noch ein kleines wettertechnisches Gewitter heimsuchte und einmal ein fußballtechnisches Gewitter mit dem historischen Ausscheiden unserer so heiß und innig geliebten deutschen Fußballstars. Wahrscheinlich handelte es sich dabei aber nur um eine absichtliche Niederlage, um noch mal deutlich die Kritik an der Vergabe der WM nach Russland zu dokumentieren. Recht so! Skandal! Und so weiter…

Statistik

Ü31: 25.06.2018 -> 26.06.2018 in Golfo di Sogno (99.113 km)
Ü32: 26.06.2018 -> 27.06.2018 in Golfo di Sogno (99.113 km)
Ü33: 27.06.2018 -> 28.06.2018 in Golfo di Sogno (99.113 km)
Ü34: 28.06.2018 -> 29.06.2018 in Golfo di Sogno (99.113 km)

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